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Vom Nomadenteppich zum Designklassiker – Die Geschichte des persischen Gabbeh


Ursprung der Gabbeh-Teppiche: Gaschgai und Bakhtiar-Nomaden

Die Nomadenfrauen der Gaschgai-Stämme in den bergigen Provinzen Luristans – einer Region im Südwesten Irans – knüpfen seit Jahrhunderten Teppiche im Brückenformat auf horizontalen Knüpfstühlen. Diese Gabbeh-Teppiche wurden zusammengerollt, von einer Weidestelle zur nächsten getragen und ausschließlich für den Eigenbedarf genutzt.

Die luren Völker, zu denen auch die Bakhtiar-Nomaden gehören, sind für ihre ursprüngliche und robuste Knüpfkunst bekannt.


Verwendete Materialien und Farben im Gabbeh

Für die Herstellung wird ausschließlich heimische Schafwolle verwendet, die nicht entfettet wird. Die Färbung erfolgt in traditioneller Heimarbeit mit natürlichen Pflanzenfarben. Die Farbpalette ist auf wenige, charakteristische Töne beschränkt, was den Teppichen eine unverwechselbare Ästhetik verleiht.

Typische Motive: Naive Symbolik & geometrische Formen

Die Gabbeh-Motive sind schlicht, symbolisch und erzählen Geschichten des nomadischen Lebens. Zu den häufigsten Mustern zählen:

  • Geometrische Formen (z. B. Rauten, Zickzacklinien)

  • Menschen und Tiere in stilisierter, fast prähistorischer Darstellung

  • Primitive Figuren, inspiriert von Felszeichnungen

Diese Motive wurden über Generationen hinweg weitergegeben und spiegeln die Lebenswelt der Nomaden wider.


Knüpftechnik: Robustheit durch Schuss und Kette aus Wolle

Sowohl Kette als auch Schuss bestehen – wie auch das Flormaterial – aus Schafwolle. Nach jeder Knüpfreihe wird ein Schussfaden eingezogen, was den Gabbeh extrem strapazierfähig macht. Diese Technik ist typisch für authentische Nomadenteppiche.


Der Gabbeh im Wandel: Vom Gebrauchsgegenstand zum Designobjekt

Einen Wendepunkt markierte der 1996 erschienene iranische Film „Gabbeh“ von Mohsen Makhmalbaf, der beim Filmfestival in Cannes nominiert war. Seitdem erfreuen sich Gabbeh-Teppiche internationaler Beliebtheit – vor allem in Europa.

Man sah in ihnen mehr als nur Teppiche: Ein Stück Wohnphilosophie, Ausdruck von Natürlichkeit und Gemütlichkeit.


Kommerzialisierung: Der moderne Gabbeh

Mit wachsender Nachfrage begannen Teppichfabrikanten, bei Nomaden Teppiche in europäischen Normgrößen zu bestellen. Auch das Design (Dessin) wurde angepasst und verfeinert – die traditionelle Knüpftechnik blieb erhalten. Diese kommerziellen Varianten tragen heute den Namen Gabbeh Loribaf.


Traditionelle Herkunftsbezeichnungen vor der Kommerzialisierung

Vor der globalen Vermarktung wurden Gabbeh-Teppiche nach der geografischen Herkunft des jeweiligen Stammes benannt:

  • Lori-Stamm: Lor Kuchek

  • Beuer Ahmad-Stamm: Boir Ahmad

Diese ursprünglichen Bezeichnungen sind heute bei Sammlern sehr geschätzt.


Fazit

Gabbeh-Teppiche stehen für zeitlose Handwerkskunst, natürliche Materialien und tiefe kulturelle Wurzeln. Ob als Sammlerstück oder Designelement – sie bringen ein Stück iranischer Nomadentradition in moderne Wohnräume.


Sammlerstücke: Die originale Gabbeh-Sammlung von Cristo

Die exklusive Sammlung, über die Cristo verfügt, zeigt originale Gabbeh-Teppiche aus der Zeit vor der Kommerzialisierung. Diese Stücke besitzen heute hohen Sammlerwert und verkörpern die authentische Kunst der iranischen Nomadenkultur.


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